Rezensionen

Ausgabe 10

Rezension: Ökonomie der Hexerei oder warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt

David Signer

Seite 202
Thomas Bierschenk - Jürg von Ins

Es fällt nicht leicht, dieses Konvolut von langatmigen Passagen aus Reisetagebüchern, kurzen Gesprächsnotizen mit Strassenbekanntschaften, Literaturzitaten, sozialphilosophischen Ergüssen, verqueren psychoanalytischen Interpretationen, eitlen Selbstdarstellungen und der ständigen Wiederholung unsäglicher Klischees über «uns» (abwechselnd auch als «die» Europäer, «die» Weissen, «unsere christliche Kultur», das «Abend- land» bezeichnet) und «die» Afrikaner zusammenzufassen.

Mit seiner jüngsten Publikation ist dem Zürcher Ethnologen David Signer zweifellos ein Treffer gelungen. Die Neue Zürcher Zeitung vom 31. Dezember 2004 spricht von einem Schlüsselwerk, das «Zutritt zu bisher Verschlossenem» erlaubt. Das sind Töne, die dieses Blatt nur selten anschlägt. Ironie des Schick- sals: Ökonomie der Hexerei ist Signers Habilitationsschrift, die an der Universität Zürich abgelehnt wurde. Da walten enorme Differenzen, was die Kriterien der Beurteilung betrifft. Signer hat sich in der Folge von der Akademie abgewendet, um sich der ökonomischen Praxis zu widmen.