Bild-Essays

Ausgabe 14

Bilder von Staat

Seite 158
Michelle Engeler

Wir begegnen ihnen auf der Strasse, an der Bushaltestelle oder beim Einkaufen. Sie sind unsere Nachbarn, wohnen im selben Quartier und gehen mit unseren Kindern auf denselben Spielplatz. Äusserlich unterscheidet sie kaum etwas von anderen Migranten und Migrantinnen, die ebenfalls in der Schweiz leben. Bei näherem Hinsehen jedoch verbergen sich hinter der Fassade Abgründe, welche diejenigen, von denen hier die Rede ist, in zweifacher Hinsicht zu Aussenseitern der Gesellschaft machen. Zum Einen entzieht sich das, was sie erlebt haben, weitestgehend der menschlichen Vorstellungskraft. Zum Anderen sind die Traumatisierungen, welche diese Menschen erlitten haben, fernab von der Schweiz geschehen. Beides macht es für die Betroffenen äusserst schwierig, über das Vorgefallene zu sprechen oder Gehör dafür zu finden.