Laufende Forschungen

Ausgabe 14

Sichtbarkeit von Inkorporationsbedingungen

Ein Vergleich muslimischer Bauvorhaben in der Schweiz

Seite 141
Sarah Beyeler, Virginia Suter Reich

Konflikte um den Bau von Moscheen treten in der Schweiz erst seit den 1990er Jahren auf. Heute gilt insbesondere das Minarett häufig als sichtbares Zeichen für eine als bedrohlich empfundene «Islamisierung» der Schweiz. Beispiele solcher Begehren jüngeren Datums in Wangen bei Olten (BE), Langenthal (BE) oder Wil (SG) veranschaulichen dies: An diesen Orten versuchten muslimische Gemeinschaften, ihre bestehenden Gebetsräume mit einem Minarett zu ergänzen. Vor allem in rechtskonservativen Kreisen formierte sich Opposition, welche als wichtigste Vermittlerin anti-muslimischer Propaganda und Polemiken die öffentlichen Debatten bediente. Die damit ausgelösten Kontro- versen liessen die Vorhaben zum Politikum werden. Die Argumente, welche lokale Projektgegner in Einsprachen oder politischen Petitionen einbrachten, stützten sich auf rechtliche Begleitfragen (Zonenordnung, Parkplatzfragen etc.) oder knüpften an den Diskurs um die wachsende Prä- senz des Islams in der Schweiz an (siehe etwa Granwehr 2008).