Rezensionen

Ausgabe 18

The Governance of legal pluralism

Empirical Studies from Africa and Beyond

Zips Werner, Weilenmann Markus (Hg.)

Seite 134
Hans-Rudolf Wicker

Rechtspluralistische Ideen haben im postkolonialen Kontext neue Bedeutungszuschreibungen erfahren. Bisher hat die diesbezügliche wissenschaftliche Bearbeitung freilich nicht dazu geführt, dass Rechtspluralismus deutlicher gefasst oder gar definiert worden wäre. Im afrikanischen Kontext wird darunter gewöhnlich die Koexistenz von staatlichem Recht und Customary Law verstanden, in Lateinamerika das Nebeneinander von liberalem Individualrecht und kollektivem indigenen Recht. Und auf dem europäischen Festland wird Rechtspluralismus oft als jene Gefahr an die Wand gemalt, die droht, falls muslimischen Gruppen zu viele Freiheiten zugestanden werden. Aufgrund der off ensichtlich vorherrschenden Wissenschaftskonfusion ist man gespannt zu erfahren, ob in einem Buch, das Legal Pluralism in seinem Titel trägt, endlich begriffliche Klarheit in diese spezielle Diskussionsmaterie gebracht wird; dies umso mehr, als im Untertitel ein empirischer Fokus versprochen wird.