Rezensionen

Ausgabe 20

Rezension: Soziale Elternschaft im Wandel

Kindheit, Verwandtschaft und Zugehörigkeit in Westafrika

Erdmute Alber 2014. Münster. Reimer Verlag.

Seite 175
Astrid Bochow, Institut für Ethnologie, Georg-August Universität Göttingen

Dass leibliche Kinder bei ihren Eltern aufwachsen und die Vorstellung, dass biologische Kinder und ihre Eltern zusammen gehören, ist in Gesellschaften des globalen Nordens eine wohletablierte Norm. Die Schwierigkeit, eine Eltern- Kind Beziehung als ein soziales Konstrukt außerhalb biologischer Abstammung zu denken und zu fühlen, wird etwa angesichts der Skepsis gegenüber Eltern mit Adoptionswunsch deutlich, die auch diejenigen hegen, die mit der Vermittlung von Adoptionen betraut sind (vgl. dazu Melhuus und Howell 2009). Unter Angehörigen der ethnischen Gruppe der Baatombu, ansässig im nördlichen Benin, ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass Kinder nicht bei den leiblichen Eltern, sondern in Haushalten von Verwandten aufwachsen. Davon handelt die Monographie Soziale Elternschaft im Wandel von Erdmute Alber.