Bild-Essays

Ausgabe 22

Vom Einzelstück in der Serie

Seite 78
Tabea Buri, Omar Lemke

Jede ethnologische Forschung muss sich im Verhältnis zwischen Einzelfall und Allgemeingültigkeit positionieren. Einerseits will sie den Blick für das Individuum nicht verlieren, andererseits auch Aussagen über eine grössere Anzahl von Menschen treffen. Sowohl methodologisch wie auch theoretisch gilt es, den Fokus bewusst zu setzen und gegebenenfalls anzupassen.

Ähnliche Herausforderungen stellen sich auch in der musealen Ausstellungspraxis. In den Museen besteht die Tendenz, nur Einzelstücke zu betrachten und ihr Verhältnis zu ähnlichen Objekten zu vernachlässigen: Nicht selten wird ein einzelnes Stück exemplarisch für eine grössere Menge ähnlicher Objekte ausgestellt. Dem Publikum bleibt verborgen, in welcher Beziehung dieses Objekt zu anderen seiner Art steht – ob es ein herausragendes oder das ‹normalste›, ob es Teil einer Gruppe oder ein Unikat ist.

Tabea Buri ist Kuratorin und Leiterin der Abteilung Europa am Museum der Kulturen Basel. Sie war Co-Kuratorin der Ausstellung «In der Reihe tanzen. Einzelstücke in Serie».
tabea.buri@bs.ch

Omar Lemke ist Fotograf am Museum der Kulturen Basel
omar.lemke@bs.ch

Museum der Kulturen Basel, Münsterplatz 20, 
CH-4001 Basel