Bild-Essays

Die Rubrik «Bild-Essay» bietet eine Plattform für visuelle Aspekte der anthropologischen Reflexion und Forschung im weitesten Sinn. Dies kann auf zwei unterschiedlichen Ebenen stattfinden: Einerseits geht es um die Sichtbarkeit und die Visualisierungen des Eigenen und des Fremden als Gegenstand der. Andererseits steht das Bild als Mittel zur und Produkt der anthropologischen Erkenntnisgewinnung im Zentrum, also Visualisierungen, die im Forschungsprozess als Arbeitsmittel oder Dokumentation, z.B. als Bestandteil von Feldnotizen, oder auch als eigenständiges Projekt z.B. in einem musealen Kontext entstanden sind.

Im Bewusstsein der «Falle der Objektivität», der sozialen Konstruiertheit und Selektivität von Produktion und Rezeption von photographischen Bilddokumenten sind uns die Diskussionen um den Wert und die Aussagekraft sowie um die Bedingungen von Entstehung und Interpretation von dokumentarischen Bildern vertraut und bewusst. Vor diesem Hintergrund soll die Rubrik «Bild-Essay» auch einen Beitrag zu diesen weiterhin andauernden Diskussionen leisten können. Wie der Name «Bild-Essay“ nahelegt, verfügen die hier publizierenden Autoren und Autorinnen über etwas grössere formale Freiheiten als diejenigen anderer Rubriken, zentral erscheint hier weniger die Methodik als vielmehr die persönliche Auseinandersetzung mit dem behandelten Phänomen.

Während aktuelle Photographien aus Forschung und Lehre, aus Museen oder aus der Kunst den grössten Teil dieser Rubrik ausmachen, bietet diese auch Raum für weitere Ausdrucksformen der visuellen Anthropologie wie Zeichnungen, graphische Reportagen oder Mischformen. Der dazugehörige Text erklärt und ergänzt die Bilder und beschreibt ihren (Entstehungs-)Kontext und kann darüber hinaus theoretische Überlegungen zur visuellen Anthropologie anschneiden.

Die Druckausgabe von tsantsa kann Bilder ausschliesslich in schwarz-weiss wiedergeben, in der Onlineausgabe besteht die Möglichkeit in Farbe zu publizieren. Die Anzahl der Abbildungen der Druckausgabe bewegt sich üblicherweise zwischen zehn und fünfzehn und der dazugehörende Text sollte in der Regel 13‘000 Zeichen nicht überschreiten. Die Vorgaben für Autoren und Autorinnen von Bild-Essays finden sich unter den Richtlinien für Beitragende.

  • Boris Boller
  • Alice Sala
  • Valerio Simoni